Da es an unserem bisherigen Stand für die Königinnenzucht eng wird, haben wir heute einen weiteren stabilen Bienenstand erstellt. An einem von der Morgensonne beschienenen Hang, mit Schatten vor der heißen Mittagssonne, können hier unsere jungen Königinnen ihren Begattungsflug unternehmen und Ihre erste Brut anlegen.
In ein paar Wochen wird es hier munter zugehen. Zumindest hoffen wir das…
Bienen- Ein Volk und seine Königin
Zusammen mit der ORF und 3sat ist am österreichischen Bildungzentrum Warth ein sehr schöner Film über Bienen und die moderne Imkerei entstanden. Die Imkermeisterin Yasmin Zwinst wird bei Ihrer Arbeit begleitet. Beeindruckend sind die vielen sehr gelungenen Kameraeinstellungen aus dem Bienenvolk die sehr schöne Einblicke und Bilder liefern, die so nur ein Imker erlebt.
Ein realistischer Einblick in die moderne Imkerei.
Rapsblüte geht zu Ende
Nach nun gut 3 Wochen geht an unserem Heimatstandort (Vorderer Schurwald, 470m ü. NN) die Rapsblüte zu Ende. Es ist immer wieder faszinierend wie schnell dies gehen kann. Das kalte und regnerische Wetter hat die Rapsblüte über Nacht nahezu schlagartig beendet. Wo am späten Nachmittag noch ein Blütenmeer vorhanden war, ist am frühen Morgen das grün der Rapsstengel- und schoten überwiegend.
In diesem Jahr konnten wir mit der Frühtracht sehr zufrieden sein. Die Kirschbaumblüte nutzten unsere Bienenvölker sehr schön zum Aufbau uns sammelten dann ab der Apfelbaumblüte reichlich Nektar.
Immer wieder werden wir über den Honigertrag eines Bienenvolkes befragt. Bei uns wird es dieses Jahr nach Ende der Frühjahrsblüte sicherlich Völker geben, von denen wir über 35 kg Honig schleudern.
Ich denke, dass wir Ende der kommenden Woche unseren Bio- Frühjahrsblütenhonig und unseren Bio- Rapshonig schleudern werden.
Summ mir das Lied vom Tod
Mindestens zwei Mal/ Woche werden wir auf das Bienensterben angesprochen. Den medialen Höhepunkt erreichte das Bienensterben sicherlich vor vier Jahren mit falsch gebeizten Maissaatgut welches das Nervengift Clothianidin enthält.
Doch die Probleme der Bienen sind nach wie vor groß. Neben den Pflanzenschutzmitteln ist mehr den je auch die Intensivierung der Landwirtschaft, vor allem des Maisanbaues ein Problem. Wir haben hier zum Glück, in der kleinstrukturierten Umgebung vor unsrer Haustür noch keine allzu großen Probleme.
Auch die Angst vor der Zulassung von GVO schwebt ständig mit.
Der Film “Summ mir das Lied vom Tod” begibt sich mit verschiedenen Imkern, Bienenwissenschaftlern und der Chemieindustrie auf die Suche nach möglichen Ursachen für das Bienensterben und beleuchtet auch das Zustandekommen von Grenzwerten und die Zulassungskriterien für Pflanzenschutzmittel.
Ein sehr lehrreicher und immer noch aktueller Film:
In diesem Jahr haben wir bei der vor einer Woche begonnen ersten Königinenzucht miserable Ergebnisse. Von 25 angebotenen Zellen wurden jedeglich vier Zellen so gepflegt, dass hier Hoffnung auf eine Bienenkönigin besteht.
Ob das Wetter den Bienen zu wechselhaft war?
Etwas anderes fällt mir nicht ein. Die Stärke der pflegenden Bienenvölker war gut, das Trachtangebot wie in den Vorjahren…
Versuchen wir es eben noch einmal. Schließlich haben wir in diesem Jahr noch etliche Zuchtserien geplant.
Auf der Seite des Handelsblattes findet sich ein Filmchen über Wildbienen. Mehr als die Hälfte der unzähligen Wildbienenarten sind bestandsgefährdet. Neben dem Bienensterben bei den verschiedenen Rassen der Honigbiene eine weitere negative Meldung für die auf die Bestäubung angewiesene Landwirtschaft und Natur. Die Honigbienen können die Wildbienen nicht ersetzen. Hinzu kommen noch die nicht allzu rosigen Zukunftsaussichten.
Am Freitag haben wir die erste Königinenzucht für dieses Jahr begonnen. Hierzu verwenden wir selbst gezogene Wachseimerchen, die wir an der Zuchtleiste anbringen- wie auf dem ersten Bild zu sehen. Im Gegensatz zu vielen Imkereien setzen wir hier auch auf Bienenwachs und nutzen nicht die mehrmals verwendbaren Eimerchen aus Kunststoff.
Von einer unseren Zuchtzielen entsprechenden Königin setzen wir nun Stifte (jüngste Bieneneier) in diese Zellen ein. Dies geschieht mit dem Umlarvlöffel. Die so bestückte Zuchtleiste mit 11 Eimerchen hängen wir nun in ein Bienenvolk ohne Königin. Nach 2 Tagen werden die Larven wie auf dem zweiten Bild von den Bienen gepflegt und nach 13 Tagen schlüpfen dann die jungen Königinnen, welche wir zur Bildung von Ablegern verwenden, oder verkaufen.
In den letzten Tagen hat bei zunehmend wärmeren Wetter die Raps- und auch die Apfelbaumblüte begonnen. Im Vergleich zum letzten Jahr ca. 12 Tage später, aber gerade dies ist in diesem Jahr für unsere Bienen genau richtig. Durch den späten Beginn der Blüte hatten unsere Bienenvölker noch etwas mehr Zeit sich zu wachsen. Die vergangene Kirsch- und Birnenbaumblüte dienten Ihnen zur ersten Nahrungversorgung und zur Einlagerung von etwas Honig. Mit der nun begonnenen Raps- und Apfelbaumblüte wachsen die Honigvorrate innerhalb kürzester Zeit enorm an. Wichtig ist vor allem beim Raps, dass hier genug Feuchtigkeit im Boden vorhanden ist, ansonsten geht bei der Rapspflanze die Nektarerzeugung zurück. Aber auch die Bienen brauchen angenehmes Flugwetter. Zwischen 15° und 30° sollten es schon sein. Am besten windstill.
Je nach Aufstellung der Bienenkästen wird nun unser Bio- Frühjahrsblütenhonig oder unser Bio- Rapshonig eingetragen.
Für uns immer ein schöner Moment, wenn die Saison an den Bienenständen wieder startet. Auch wenn die kommenden Monate doch zweitweise arbeitsintensive Zeiten bringen werden. Neben den Arbeiten am Bienenstand, mit der Schwarmkontrolle, der Zucht und der Ablegerbildung, der Wanderung, Honigschleuderung gehen natürlich auch die bisherigen Tätigkeiten weiter: Abfüllen, etikettieren, Honig ausliefern, Reparaturen, Obstbauarbeiten und vieles mehr.
Letzte Woche haben wir zwei mögliche Standplätze für unsere Bienenvölker besichtigt, auf denen wir in diesem Jahr unseren “Esslinger Stadthonig” ernten möchten. Wie auch bei unserem Stuttgarter Stadthonig begeben wir uns auch in Esslingen wieder in die Halbhöhenlage. Neben unserem Stuttgarter Stadthonig werden wir in diesem Jahr nun auch sicher einen Esslinger Stadthonig anbieten können. Lassen wir uns vom Geschmack überraschen.
Bei dem momentanen schönen und mit 15° Grad auch recht warmen Wetter fliegen unsere Bienen fleißig die Kirschblüten an. Da die Honigbienen abends ihren Flugbetrieb einstellen, liegt die Vermutung nahe, dass sie sich im Bienenstock ausruhen.
Dass dies meist nicht so ist zeigt dieses Foto, entstanden bei einem abendlichen Besuch an unserem Bienenstand mit Jungvölkern.
Mit dem Hinterleib Richtung Flugloch fächeln die Bienen Luft aus, bzw. in den Bienenkasten. Ein schönes Gebrumme und wenn man mit der Nase nah an das Flugloch geht, auch ein wunderbarer aromatischer Honiggeruch. Noch intensiver als bei der Honigschleuderung. Vermutlich weil auch noch der lebendige Geruch des Bienenstockes hinzukommt.
Das Ganze dient dem Luftaustausch, denn der wässrige Nektar muss schließlich zum Honig mit 16-18% Wassergehalt heruntergetrocknet werden und mit der Luft wird auch die Feuchtigkeit nach draußen befördert.
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